Wir laden ein zum 46. Kölner ISLAND-Kolloquium,

am Samstag, den 16. November 2019, von 09:45 Uhr bis ca. 16:30 Uhr
in der Fritz Thyssen Stiftung, Apostelnkloster 13-15, 50672 Köln

Programm

09:45 Uhr  

Begrüßung durch den Präsidenten der Gesellschaft, Prof. Dr. Gert Kreutzer

10:15 Uhr  

Styrmir Gunnarsson (Reykjavík)
Island und Deutschland: Neue Verbindungen auf alter Grundlage

11:00 Uhr  

Dieter Langel (Gummersbach)
Jón Kalman Stefánsson: Ein Beispiel zeitgenössischer isländischer Literatur

12:00 Uhr  

Mittagspause

14:00 Uhr  

Rannveig Sif Sigurðardóttir (Mezzospran, Köln)
Hjálmur Sighvatsson (Begleitung am Klavier, Pulheim)
Gesangsvortrag und Interview mit den Künstlern

15:00 Uhr  

Kaffeepause

15:30 Uhr  

Dr. Sverrir Schopka (Overath)
Heinrich Erkes´ Reisen durch Island 1905–1926

16:30 Uhr   Schlusswort

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Kostenbeitrag (Tageskasse): Mitglieder 5,00 €, Nicht-Mitglieder 7,50 €, Schüler/Studenten 2,50 €.

Downloads: Das ausführliche Programm (mit Abstracts der einzelnen Vorträge) (PDF)

Leitung: Dr. Sverrir Schopka

Abstracts zu den Vorträgen

Styrmir Gunnarsson (Reykjavík)
Island und Deutschland: Neue Verbindungen auf alter Grundlage

Die heutige politische Weltlage ruft nach neuen Lösungen. Wie ist Island betroffen? Island ist NATO-Mitglied und der Stationierungsvertrag mit den USA ist immer noch gültig, obwohl die letzten US-Soldaten Island 2006 verlassen haben. Wer garantiert die Sicherheit Islands heute, falls ein neuer kalter Krieg kommt oder andere Nationen wie China Interesse am Land zeigen? Die Mehrheit der Isländer ist gegen einen EU-Beitritt. Die Nord­polarregion wird aufgrund des Klimawandels immer interessanter. Island als Anrainerstaat sollte einerseits intensive Ver­bindungen mit Norwegen, Schottland, Färöern, Grönland und Kanada anstreben und andererseits die politischen Verbindungen mit Deutschland vertiefen und pflegen. Warum Deutschland? Weil es Island und isländischer Kultur immer mehr Interesse entgegengebracht hat als andere europäische Nationen. Die Erfahrung jahrelanger Zusammenarbeit mit den USA ist gut, aber sehr vertiefte Verbindungen mit Deutschland, und dadurch mit den zwei stärksten Nationen beidseits des Atlantiks, würde die Stellung einer kleiner Nation auf einem Weg sichern, der besser nicht sein könnte.

Styrmir Gunnarsson, geb. 1938, war nach einem Jurastudium bis 2008 Journalist und zuletzt alleiniger Redakteur für Politik beim Morgunblaðið. Ab 1958 ist er zudem in der Unabhän­gig­keitspartei aktiv, war u.a. 1963–1966 Vorsitzender deren Jugend­organisation. Seit 2009 schreibt er zur islän­dischen Politik wöchentlich Beiträge fürs Morgun­blaðið, täglich auf seiner Website styrmir.is und mehrere Bücher.

Dieter Langel (Gummersbach)
Jón Kalman Stefánsson: Ein Beispiel zeitgenössischer isländischer Literatur

Überragende Erzählkunst aus Island. In Jón Kalman Stefánssons Trilogie "Himmel und Hölle", "Der Schmerz der Engel", "Das Herz der Menschen" handelt der Entwicklungsroman von einem Waisenjungen, der an der Schwelle des Lebens schmerzliche Erfahrungen machen muss.

Dieter Langel, geb. 1935, Studiendirektor i. R., lebt in Gummersbach. Er studierte Deutsch und Englisch in Köln und München für das Lehramt an Höheren Schulen. Als Lehrer für Deutsch und Englisch war er am Jungengymnasium Gummersbach und an der Deutschen Schule Athen tätig und leitete zudem an beiden Schulen die Theatergruppe. Eine Islandreise 2016 machte ihn zum Fan der Insel. Er schrieb Kurzgeschichten sowie Buch- und Filmrezensionen mit Island-Bezug, die in der Zeitschrift ISLAND der DIG erschienen sind.

Rannveig Sif Sigurðardóttir (Mezzospran, Köln)
Hjálmur Sighvatsson (Begleitung am Klavier, Pulheim)
Gesangsvortrag und Interview mit den Künstlern

Rannveig Sif Sigurðardóttir studierte Gesang am Konservatorium in Reykjavík und nahm Privatunterricht in München und Wien. Danach absolvierte sie ein Gesangstudium am Königlichen Konservatorium in Den Haag. Neben dem klassischen Studium hat sie sich auf die Barockmusik und die Moderne Musik spezialisiert. Sie ist sowohl solistisch als auch mit verschiedenen Ensembles aufgetreten, u. a. mit Musica Fiata, La Capella Ducale, Collegium Vocale, Huelgas Ensemble, Baltasar Neumann Chor, Rheinische Kantorei und gab Konzerte in Island, Europa, den USA und Brasilien. CD-, Radio- und Fernsehaufnahmen runden ihre Arbeit ab.

Hjálmur Sighvatsson, geb. 1954, studierte zuerst am Konservatorium in Reykjavík bei Halldór Haralds­son. Nach Abschlüssen als Musik­lehrer, Klavierlehrer und Solist kam er für weitere Studien nach Deutschland: zunächst bei Pavel Gililov in Köln, dann in Düsseldorf bei Prof. Max Martin Stein und Mechthild Stein. Hjálmur lebt seit 1982 in Deutschland und war hier in zahlreichen Konzerten der Gesangs­begleiter. Es folgten weitere Auftritte, auch internatioal z. B. in London, Washington oder New York.  An mehreren CD-Produktionen wirkte er mit, jüngst erschien eine neue CD mit dem isländischen Sänger Sigurður Bragason. Hjálmur unterrichtet zudem Klavier an Musikschulen in Düsseldorf und Köln.

Dr. Sverrir Schopka (Overath)
Heinrich Erkes´ Reisen durch Island 1905–1926

Mit dem Namen des Kölner Kaufmanns Heinrich Erkes verbindet man die umfangreiche Sammlung isländischer Bücher in der Kölner Universitäts- und Stadtbibliothek, die „Erkes-Sammlung“. Weniger bekannt sind seine Forschungsreisen durch Island, die der Geologie des Landes gewidmet sind. Er untersucht das Gebiet um Askja, schildert seine Eindrücke von Melrakkaslétta, bereist den Sprengisandur und das Gebiet nördlich vom Hofsjökull. Seine Reiseberichte hat er vorwiegend in der Rheinischen Zeitung veröffentlicht.

Dr. Sverrir Schopka, geb. 1938 in Reykjavík, studierte Chemie an der Goethe-Universität in Frankfurt mit Promotion zum Dr. phil. nat. 1969. Beruflche Stationen waren u.a. Projektleiter bei der Unilever Forschungsgesellschaft 1970–1974, Geschäftsführer der NATEC 1975–1987 und der Überwachungsgemeinschaft Chemieanlagen-Betreiber 1990–2015. Seit 1990 Geschäftsführer der IWL Dienstleistung und Consulting in Köln. Vorsitzender der Gesellschaft der Freunde Islands 1995–2008 und Vorsitzender der DIG seit 2002. 2007 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.